Schädliche & gefährliche Inhaltsstoffe in Kosmetik erkennen

💄 Bedenkliche Inhalte und Giftstoffe in Kosmetik, Shampoo und anderen Beauty Produkten vermeiden

Für viele Menschen gehören Produkte zur Körperpflege und Kosmetik zum Alltag dazu. Shampoo, Duschgel, Seife, Nagellack und Wimperntusche sind aber nicht so harmlos, wie uns viele Hersteller glaubhaft machen möchten.

Verarbeitete, chemische Substanzen stehen im Verdacht, hormonell zu wirken, Krebs auszulösen oder unfruchtbar zu machen.

Wir geben heute einen Überblick über die kritischen Inhaltsstoffe.

☣️ Warum verwendet die Industrie kritische Substanzen?

Bevor wir uns mit den problematischen Inhaltsstoffen auseinandersetzten, darf diese Frage erlaubt sein. Die Antwort ist wie so oft: Kostenersparnis. Chemische Substanzen lassen sich häufig ganz einfach selbst kreieren. Die Hersteller sind somit nicht auf Rohstoffe angewiesen, die erst wachsen müssen.

Das spart Zeit und Geld. Zudem ist die Wirkung der im Labor gezeugten Stoffe einfach vorhersehbar. In einem bestimmten Mischungsverhältnis erzeugen sie immer die gleiche Wirkung. Leider können die Nutzer womöglich den Kürzeren ziehen, wenn sie die Substanzen regelmäßig anwenden. Schließlich haben zahlreiche Studien belegt, dass die Stoffe mit den unaussprechlichen Namen zu einer Herausforderung für die Gesundheit werden können. Schauen wir uns genauer an, warum die Substanzen für so viele Diskussionen sorgen.

bedenkliche inhaltsstoffe in kosmetik

⚠️ Potentiell schädliche Inhaltsstoffe in Kosmetik – Liste

Hier unsere “Hitliste” der häufig vorkommenden bedenklicken Stoff in Schönheitsprodukten.

1.    Parabene

Parabene stehen ganz oben auf der Liste, wenn es um kritische Stoffe geht. Schließlich sind sie in vielen Alltagsprodukten enthalten. Sie werden genutzt, um Bakterien und Pilzen den Garaus zu machen. Ihre antibakteriellen und fungiziden Eigenschaften machen sie beliebt. Creme, Shampoo, Duschgel, Bodylotion, Wimperntusche und selbst Lidschatten kann Parabene enthalten.

Das Problem ist, dass die chemischen Verbindungen, die so achtlos eingesetzt werden, dem Sexualhormon Östrogen ähneln. Deshalb wird angenommen, dass sie den Hormonhaushalt beeinflussen können. Tierversuche haben bereits Hinweise darauf geliefert.1 Weiterer negativer Nebeneffekt: Die Substanzen können sich offenbar im Körper einlagern.2 Noch ist nicht klar, was das mit der Gesundheit auf lange Sicht anstellt.

2.    Sulfate und andere Tenside

Bei Sulfaten handelt es sich um Salze, die in Kosmetikprodukten enthalten sind. Sie sorgen für Schaumberge und einen guten Reinigungseffekt. Sulfate sind vor allem in Shampoos, Duschgel und Badezusätzen enthalten. Ihr Auftrag ist es, Fett von der Haut zu lösen. Klingt erst einmal gut, leider trocknen die aggressiven Tenside das Haar, die Kopfhaut und die Haut aus.

Die natürlichen Öle, Peptide und Proteine gehören somit der Vergangenheit an. Manche Menschen reagieren sogar sehr empfindlich auf Sulfate. Sie leiden unter einer irritierten Haut und sprödem Haar. Das gleiche kann bei anderen aggressiven Tensiden passieren.

3.    Mikroplastik

Mikroplastik bereitet vor allem mit Blick auf die Umwelt Kopfschmerzen. Die kleinen Plastikteilchen, die sich besonders gerne in Duschgel, Zahnpasta und Peeling verstecken, können in den Kläranlagen nur unzureichend herausgefiltert werden. Damit landen sie automatisch wieder im Kreislauf und damit bei uns.

Noch ist nicht vollständig geklärt, was die winzigen Kunststoffteilchen mit dem Körper machen. Experten diskutieren darüber, ob sie womöglich Entzündungen im Magen-Darm-Trakt oder Krebs auslösen können. Dabei handelt es sich aber lediglich um eine Theorie, entsprechende Langzeituntersuchungen gibt es nicht.3

4.    Silikone

Silikone sind sozusagen die eierlegende Wollmilchsau der Kosmetikindustrie. Sie sorgen dafür, dass sich die Haare glatt anfühlen sowie glänzend aussehen. Die Bodylotion lässt sich dank Silikon gut verteilen. Zudem hält Lippenstift länger, wenn er mit Silikonöl verfeinert wurde. Das trifft auch auf die wasserfeste Wimperntusche zu. Die Kunststoffe verleihen dem Make-up eine starke Deckkraft. Silikone kommen demnach in zahlreichen Produkten zum Einsatz.

Die künstliche Beigabe macht aber nichts für die Schönheit. Tatsächlich ist sie mehr Schein als Sein. Pflegende Eigenschaften besitzen die Kunststoffe nicht. Dadurch, dass die Kopfhaut durch die Silikone regelrecht versiegelt wird, fettet das Haar schneller. Zudem können Schuppen Anwender plagen. Wer die Kunststoffbeigabe wieder loswerden möchte, hat es schwer – es braucht einige Zeit, bis die Silikone ausgewaschen sind.

5.    Duftstoffe

Der wohlige Duft, der Anwender in die Badewanne lockt oder die Haut beim Eincremen begleitet, wird als sehr positiv empfunden. Die Industrie kann zahlreiche Variationen anbieten, die die Nase verwöhnen.

Allerdings hat das Ganze auch einen Haken, denn nicht wenige Anwender reagieren allergisch auf Duftstoffe. Werden Badezusätze, Cremes, Shampoos, Deos, Lippenstift oder Zahnpasta nicht vertragen, drohen Hautrötungen, Quaddeln und Juckreiz. Auch nässende Bläschen und chronische Entzündungen können nicht ausgeschlossen werden.

6.    Polyethylenglycol (PEG)

PEG wird ebenfalls gerne in der Kosmetikindustrie verwendet. Dort dient die Substanz als Emulgator. Sie ist also in der Lage, Wasser und Öl miteinander zu verbinden, die eigentlich kein Interesse daran haben. Zudem kann es bewirken, dass die Haut sich durchlässiger für Wirkstoffe zeigt.

Genau da liegt der Knackpunkt. Wenn die Haut durchlässiger wird, lässt sie auch Giftstoffe einfacher durch. Der eigentliche Sinn der Barrierefunktion der Haut wird damit umgangen. Zudem wird angemerkt, dass PEGs die Haut austrocknen und für Irritationen und Ausschläge sorgen können. Übrigens: Anwendung findet der zweifelhafte Emulgator vor allem bei Cremes, Shampoos und Deos.

7.    Aluminium

Der Chemiebaukasten der Industrie hat noch mehr zu bieten. Stichwort: Aluminium. Häufig werden Speisefische für eine erhöhte Aluminiumaufnahme verantwortlich gemacht. Dabei stammt mehr als die Hälfte der aufgenommenen Menge aus Kosmetika, wie Lippenstifte, Lidschatten, Sonnencreme, Zahnpasta und Deo.4

In Deos sorgt die Substanz beispielsweise dafür, dass sich die Poren verengen und somit weniger geschwitzt wird. Aluminium wird als kritisch betrachtet, da zu hohe Gehalte im Organismus negative Auswirkungen auf das Nervensystem, die Knochen und die Nieren haben können.

Mehr dazu: Deo ohne Aluminium.

8.    Mineralöl, Paraffine, MOSH, MOAH

Zur Herstellung von Mineralölen dient Erdöl. Die gleiche Substanz, aus der auch Benzin oder Diesel gewonnen wird. In Cremes sorgen sie dafür, dass die Haut keine Feuchtigkeit verliert. Das gelingt, indem ein Film auf der Haut entsteht. Dieser Film kann der körpereigenen Schutzbarriere aber zum Verhängnis werden, denn so werden die natürlichen Regenerationsprozesse verlangsamt.

Mit Blick auf Mineralöl haben auch die Substanzen MOSH und MOAH auf sich aufmerksam gemacht. Sie werden als Schadstoffe bezeichnet, die womöglich krebserregend sind. Auch Paraffine werden heiß diskutiert.

9.    Palmöl

Palmöl wird genutzt, um daraus Tenside und Emulgatoren zu gewinnen. Das gelingt mithilfe von Glycerin und Fettsäuren, die in den Kernen der Früchte enthalten sind. Durch Palmöl ist es möglich, eine Seife zum Reinigen und ein Shampoo zum Schäumen zu bringen. Palmöl gilt allerdings als umstritten und zwar nicht wenn es um die Gesundheit geht.

Die Umwelt kann darunter leiden, wenn die Industrie auf Palmöl setzt. Schließlich sind dafür Monokulturen notwendig. Diese werden geschaffen, indem wertvoller Regenwald zerstört wird und damit ein Lebensraum, der vor Vielfältigkeit nur so strotzt. Fakt ist: die Flora und Fauna sind auf den Regenwald angewiesen.

10. Chemische Filter

Chemische Filter befinden sich in Sonnencreme. Sie sorgen dafür, dass die Haut durch die Sonneneinstrahlung keinen Schaden nimmt. Das Problem ist, dass die chemischen Helfer Allergien auslösen können.

Fälschlicherweise werden diese von Anwendern häufig als Sonnenallergie eingestuft. Zudem wird angenommen, dass UV-Filter in die Blutbahn übergehen können und so Stoffwechselprozesse beeinträchtigen.5

In mineralischen Sonnencremes sind keine chemischen Filter enthalten.

11. Formaldehyd

Der Konservierungsstoff Formaldehyd stellt eine chemische Verbindung dar. In Cremes, Deos, Shampoos, Flüssigseifen, Haarfärbemitteln und Make-up sorgt sie dafür, dass Keime, Viren und Pilze keine Chance haben. Formaldehyd wird aufgrund seines hautreizenden Potenzials als bedenklich eingestuft. Zudem steht es im Verdacht, an der Krebsbildung beteiligt zu sein.6

12. Weichmacher, Phthalate

Weichmacher, insbesondere Phthalate, werden in der Industrie dafür eingesetzt, um Cremes ihre Konsistenz zu verleihen. Da entsprechende Substanzen sowohl fett- als auch wasserlöslich sind, ist die Haut in der Lage, sie aufzunehmen. Im weiteren Verlauf können sich Weichmacher im Organismus anreichern.

Die Substanzen werden als kritisch angesehen, da sie die Bauchspeicheldrüse verwirren können. Zudem sollen sie Diabetes und Fettleibigkeit in die Karten spielen. Nicht zuletzt wird vermutet, dass insbesondere Phthalate starke hormonelle Effekte ausüben können. Das könnte auch die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Kosmetik und Pflege Produkte ohne Schadstoffe

Weitere Infos in unseren Artikeln:

Quellen

  1. https://www.bfr.bund.de/cm/343/verwendung_von_parabenen_in_kosmetischen_mitteln.pdf
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2866685/pdf/ehp-118-679.pdf
  3. https://www.quarks.de/umwelt/muell/fakten-zu-mikroplastik/
  4. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Aluminium-Gesundheitsgefahr-durch-Essen-und-Kosmetik,aluminium182.html
  5. https://www.kinderarzt-gilching.de/blog/250-uv-filter-in-sonnencremes-welche-sind-wirklich-unbedenklich.html
  6. https://www.lgl.bayern.de/produkte/kosmetika/kosmetische_mittel/ue_2017_formaldehyd_in_kosmetik.htm

 

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