Was ist eine Komposttoilette?
Komposttoiletten (auch Bio-Toiletten oder Trockentoiletten genannt) werden vorrangig beim Camping in Wohnwagen oder Wohnmobilen sowie in Schrebergärten oder in Booten eingesetzt. Im Gegensatz zu normalen Toiletten muss man die Bio-Variante nicht an die städtische Kanalisation anschließen. Sie kann somit auch an abgelegenen Orten, die fernab der Zivilisation liegen, aufgestellt werden.

—> robuste, hohe Qualität
—> Bausätze & auch fertig montiert
—> nachhaltiges Sperrholz
Als größere und leicht abgewandelte Version kamen Trockentoiletten früher standardmäßig zum Einsatz, z. B. als Plumpsklo.
Inhaltsverzeichnis
Wie funktioniert eine Komposttoilette?
Die Komposttoilette funktioniert ohne Wasser. Die Fäkalien werden also nicht weggespült, sondern sie verbleiben fürs Erste in einem Behälter, der mit organischem Material gefüllt ist. Meist handelt es sich bei der Einstreu um Strohmehl, Holzspäne oder Rindenmulch. Wichtig ist, dass es sich bei dem Substrat um ein biologisch abbaubares handelt, das Feuchtigkeit und Gerüche binden kann.

Nun kommt es vor allem auf die Ausstattung der Toilette an, ob in dem Behälter nur eine Vor- oder eine komplette Kompostierung erfolgt. Wenn letzteres der Fall ist, kann die nährstoffreiche Masse direkt auf Beete aufgetragen werden. Ist die Kompostierung noch nicht abgeschlossen, empfiehlt es sich, das Material noch einmal auf einem Kompost im Garten zu lagern oder es in ein Kompostierwerk zu bringen.
Um den Zersetzungsvorgang grundsätzlich zu beschleunigen, sollte man lebende Mikroorganismen (z. B. Bakterien, Pilze) hinzuzufügen, die es fertig gemixt für ein paar Euro zu kaufen gibt, z. B. Kompost Ferment*.
Wie wird aus den Fäkalien Erde?
Damit aus den Fäkalien noch in der Toilette komplett Erde wird, benötigt es nicht nur eine kleine Version mit ein bisschen Streu, sondern ein größeres Modell, das im Inneren mit einem Bioreaktor ausgestattet ist. Dieser sollte im besten Fall mehrere 100 Liter fassen.
Solche Art von Komposttoilette passt dann natürlich nicht mehr in ein Wohnmobil, sondern ist z. B. für die Nutzung im Wald, am See oder auch als nachhaltige Klolösung mitten in der Stadt vorgesehen.

Damit die vollständige Zersetzung im Bioreaktor gelingt, benötigt man neben Streu und Mikroorganismen vor allem ein leistungsstarkes Wärme- und ein Abluftsystem – und damit zeitweise zumindest auch Strom. Neben dem Abtransport von schlechten Gerüchen ist letzteres vor allem notwendig, um die Feuchtigkeit der Masse zu reduzieren.
Die Zufuhr von Wärme sorgt dafür, den Zersetzungsprozess zu beschleunigen.
Die vollständige Zersetzung nimmt in der Regel mehrere Monate in Anspruch, wobei die Dauer maßgeblich von der Toilette an sich, den eingesetzten Utensilien, der Fäkalienmenge und den äußeren Bedingungen abhängt (Feuchtigkeit, Temperatur).
Im Folgenden nehmen wir vor allem kleine Komposttoiletten in den Blick, bei denen die Umwandlung zu Erde nur angeschoben, nicht aber abgeschlossen wird – also die Modelle, die vor allem für Camping und kleine Ferien- und Gartenhäuser in Frage kommen.
Wo kann man Komposttoiletten leeren?
Hat der Zersetzungsprozess gerade erst begonnen, ist die Masse am besten in einem Kompostwerk oder in einem geschlossenen Schnellkomposter aufgehoben. Wenn die Kompostierung bereits etwas fortgeschrittener ist, bietet sich natürlich auch ein freistehender Kompost(haufen) an, wie er sich klassischerweise in Gärten befindet.
Der direkte Auftrag z. B. auf Hochbeete sollte nur dann erfolgen, wenn der Zersetzungsprozess seit ein paar Wochen oder Monaten in Gang ist.
Vor- und Nachteile von Komposttoiletten
Mit Blick auf Ferienhäuser, Tiny Houses, Schrebergärten, Boote & Co. überwiegen für uns – vor allen auch aus Nachhaltigkeitsgründen – die Vorteile (kleiner) Komposttoiletten. Der Vollständigkeit halber führen wir neben den Vor- jedoch auch die Nachteile auf.
Vorteile
- ortsunabhängig
- kein Wasser(anschluss) nötig, ressourcenschonend
- kein Einsatz von (giftigen) Chemikalien erforderlich
- Herstellung von nährstoffreicher Erde (am Ende des Zersetzungsvorgangs)
- kein Müll, der in der Umwelt verbleibt
- geruchsarm und hygienisch durch biologische Einstreu und Mikroorganismen
- günstige Allround-Lösung
- flexibel an mehreren Orten einsetzbar
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Nachteile
- komplette Kompostierung nur in großen Modellen möglich
- große Modelle benötigen Strom
- es gibt kleine Modelle mit unkomfortablem Sitz
Testsieger! Komposttoiletten für Camping zum Kaufen & Selberbauen
Spätestens seit der Coronazeit, in denen viele Menschen ein autarkes Leben in Zelten, Wohnmobilen und abgelegen in den Wäldern kennen und lieben gelernt haben, bietet der Outdoor-Markt eine Vielzahl von guten und zugleich günstigen Komposttoiletten an.
Dies sind die drei Modelle, die von Kunden am besten bewertet wurden.
Kildwick Komposttoilette MiniLoo (Bausatz) aus Holz mit Trennsystem
Dieses Modell vom Kildwick zählt zwar nicht zu den günstigen, aber Nachhaltigkeit und Qualität überzeugen so sehr, dass man über die Investition von ca. 380 Euro auf jeden Fall nachdenken sollte.
Die Komposttoilette kommt als Bausatz daher, der auch von mäßig begabten Handwerkern im Nu aufgebaut ist. Das Gehäuse und der Sitz bestehen komplett aus nachhaltigem Sperrholz (Birke), das von Natur aus wärmend und antibakteriell ist. Der Bereich unter der Brille ist aus robustem Kunststoff gefertigt.
Im Inneren befinden sich zwei große Container mit einem Volumen von knapp 10 l, einer für Flüssigkeiten (ca. 23 Nutzungen), der andere für Feststoffe (ca. 2 Nutzungen). Die Toilette ist für Personen mit bis zu 150 kg zugelassen.
Agande Komposttoilette mit Abluftrohr
Dieses Camping-Toilettenmodell kommt an den Komfort der Kildwick-Variante nicht komplett heran, aber ist dennoch eine gute Variante, um seine Hinterlassenschaften nachhaltig zu entsorgen – und das für lediglich 150 Euro.
Die ergonomisch geformte Komposttoilette besteht aus robustem, thermoplastischem Kunststoff in Braun und Weiß. Sie verfügt über ein Trenn- und ein Abluftsystem (Belüftungsrohr), die unangenehme Gerüche deutlich reduzieren. Das Modell läuft 100% autark, es ist weder ein Wasser- noch ein Stromanschluss nötig.
Boxio Komposttoilette im Eurobox-Format
Die Trenntoilette von Boxio kommt im Look einer Eurobox daher, ist besonders leicht und ihr Aufbau ist im Nu erledigt. Hierfür einfach den Feststoffbehälter mit 5-Liter-Volumen und den gleichgroßen Urinkanister mit absorbierender Einstreu in die Kiste hinein, Sitz drauf und schon ist das schwarze Kompostklo einsatzbereit.
Das Fassungsvermögen reicht für ca. 9 Toilettengänge, bevor die unkomplizierte, hygienische Leerung erfolgen sollte. Mit seinen kompakten Maßen von 400 x 300 x 280 mm (L x B x H mit Deckel) passt das Modell in kleine Wohnmobile.
Grüner Pluspunkt: Für das Klo kommt recycelter Kunststoff zum Einsatz. Auch diese Toilette kostet gerade einmal 150 Euro.
Komposttoilette selber bauen | Video-Anleitung
Dieses Video zeigt dir, wie du Schritt für Schritt eine Komposttoilette für weniger als 150 Euro selber bauen kannst.
FAQ | Häufige Fragen zur Komposttoilette
FAQ 1 | Riecht eine Komposttoilette unangenehm?
Eine gute Komposttoilette oder Trenntoilette riecht in der Regel deutlich weniger als viele vermuten. Entscheidend sind ein funktionierendes Trennsystem, ausreichend Einstreu und eine möglichst trockene Lagerung der Feststoffe. Werden Urin und Feststoffe sauber getrennt, entstehen meist deutlich weniger Gerüche als bei einfachen Campingtoiletten ohne Trennung.
FAQ 2 | Welche Streu eignet sich für eine Komposttoilette?
Für eine Komposttoilette im Wohnmobil, Garten oder Tiny House eignet sich vor allem trockene, saugfähige und biologisch abbaubare Einstreu. Häufig genutzt werden Sägespäne, Holzspäne, Hanfstreu, Kokosfaser oder Rindenmulch. Wichtig ist, dass das Material Feuchtigkeit bindet und Gerüche reduziert. Zu feuchte oder stark verdichtende Materialien sind meist weniger gut geeignet.
FAQ 3 | Braucht man für eine Komposttoilette eine Genehmigung?
Das hängt vom Einsatzort ab. Eine mobile Komposttoilette für Camping, Garten oder Wohnmobil ist oft unkomplizierter als eine fest installierte Lösung. Sobald eine Komposttoilette dauerhaft in einem Gartenhaus, Tiny House oder auf einem Grundstück genutzt werden soll, können jedoch kommunale Vorschriften, Abwasserregeln oder baurechtliche Vorgaben relevant sein. Vor dem festen Einbau sollte man deshalb immer bei der zuständigen Gemeinde nachfragen.
FAQ 4 | Welches Klopapier ist für eine Komposttoilette am besten?
Am besten eignet sich schnell lösliches, ungebleichtes Klopapier, das sich in Kompost- und Trenntoiletten gut zersetzt. Sehr dickes, stark parfümiertes oder besonders reißfestes Papier ist meist weniger praktisch, weil es langsamer verrottet. Für eine Komposttoilette ist daher möglichst schlichtes, biologisch abbaubares Toilettenpapier die bessere Wahl.
FAQ 5 | Funktioniert eine Komposttoilette auch im Winter?
Ja, eine Komposttoilette funktioniert grundsätzlich auch im Winter. Allerdings verlangsamen niedrige Temperaturen den biologischen Zersetzungsprozess deutlich. Für kleine Modelle im Wohnmobil oder Gartenhaus ist das meist kein großes Problem, solange die Toilette regelmäßig geleert und trocken gehalten wird. Bei größeren Anlagen, in denen die Kompostierung weitgehend vor Ort stattfinden soll, spielen Wärme und Belüftung im Winter eine deutlich wichtigere Rolle.
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