Bio-Kaffee im Test – Das sind die 5 besten Sorten aus ökologischem Anbau

☀️ Emfehlung: Bio-Kaffee-Marken mit Koffein & koffeinfrei

Die Deutschen sind nur verrückt nach Bier? Weit gefehlt!

Auch Kaffee steht bei uns ganz oben auf der Favoritenliste für Flüssiges. 2020 brachten wir es auf einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Konsum von 164 Liter[1] – das beliebteste Heißgetränk der Deutschen.

Auch wenn der deutsche Kaffeedurst von Jahr zu Jahr immer mal etwas schwankt, so ist an seiner Spitzenposition seit langem nicht zu rütteln. Doch etwas anderes ändert sich merklich: die Kaffeesorten. Denn auch in diesem Bereich konsumieren die Verbraucher bewusster und greifen immer häufiger zu Bio-Kaffee. Im Jahr 2019 stieg der Anteil um ganze 12 % und damit stammte etwa jedes 20. verkaufte Kaffeepäckchen aus biologischem Anbau (Gesamtenteil ca. 5 %).[2]

☕️ Was macht Bio-Kaffee so besonders?

Bio Kaffee ist zum Teil deutlich teurer als die konventionelle Variante. Der Preis hängt stark davon ab, ob man den 1-Kilobeutel vom Discounter oder ein kleines Päckchen aus einem Barista-Shop wählt. Im Durchschnitt sind es ca. 16 – 18 Euro, die man für ein Kilo Bio-Kaffee ausgeben muss.

Ob sich diese Investition lohnt, muss natürlich jeder selbst für sich entscheiden. Welche Vorteile die Bio-Version bietet, und wie sie sich von der herkömmlichen unterscheidet, erfährst du im Folgenden.

Ist Bio-Kaffee besser als normaler Kaffee?

Diese Frage ist weder mit einem klaren Ja noch einem Nein zu beantworten. Denn was genau soll besser sein? Klima- und Umweltschutz spielt er auf jeden Fall in die Karten – soviel ist sicher. Warum das so ist, wird im Vergleich zum konventionellen Kaffeeanbau deutlich.

Tabelle: Unterschiede Anbau Bio Kaffee & normaler Kaffee

Warum Bio-Kaffee teurer als normaler Kaffee ist, wird beim Blick auf die Tabelle deutlich. Aufzucht und Ernte sind zeitintensiver und man benötigt mehr Personal. Und es gibt noch mehr Unterschiede:

Anbau von Bio-Kaffee Anbau von konventionellem Kaffee
Organischer Dünger
👉🏽 Biodiversitäts- und Bodenschutz
Pestizide und chemischer Dünger
Mischkulturen
👉🏽 Biodiversitätsschutz
Monokulturen
Von Hand geerntet
👉🏽 nur reife Kaffeebohnen, Bodenschutz
Ernte mit Maschinen
Kleine Plantagen
👉🏽 Förderung von Familienbetrieben
Großplantagen
Schattenbäume vorhanden
👉🏽 Pflanzen- und Ressourcenschutz (Wasser)
Keine Schattenbäume vorhanden

Ist Bio Kaffee gesünder als konventioneller Kaffee?

Nein. Wenn man es ganz genau nimmt, müsste man sogar sagen, dass er wahrscheinlich etwas weniger gesund ist als herkömmlicher Kaffee.

Warum? Weil die Bio-Variante weniger Chlorogensäuren enthält. Diese Stoffe bildet der Kaffee als Schutz gegen Fraßfeinde und sie sind bekannt für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften. ABER: Der Unterschied ist nur gering und die Vorteile, die der biologische Anbau bietet, überwiegen zumindest aus unserer Sicht deutlich.

Kaffeebecher und Palmenblätter von oben

Zudem könnte man auch einfach eine Extra-Tasse Bio Kaffee trinken und schon ist das Minus an Chlorogensäuren ausgeglichen.

Ist Fairtrade-Kaffee auch Bio-Kaffee?

Nein, nicht unbedingt. Zu ca. 75 % ist das zwar der Fall, doch das Fairtrade-Siegel sagt nichts über die Anbauweise des Kaffees aus, sondern garantiert faire Löhne/Preise für die Plantagenbesitzer und -Arbeiter.

Am nachhaltigsten ist also Kaffee, der beide Zertifizierungen besitzt: Bio- & Fairtrade-Siegel.

☕️ Unsere Bio-Kaffee Testsieger

Das gesamte Team hat in den vergangenen Wochen mehr Kaffee getrunken als je zuvor. Wir haben recherchiert, gekauft, gebrüht, getrunken, was das Zeug hält und auch Freunde & Bekannte mit ins Boot geholt.

Ergebnis: Es haben sich 5 Kaffeesorten herauskristallisiert, die uns geschmacklich und konzeptionell am meisten beeindruckt haben. Vier davon mit Koffein, einer koffeinfrei. Wir finden sie richtig gut und um Längen besser als ihre günstigeren Bio-Konkurrenten von Aldi, Lidl, Tchibo & Co.

1.     Lebensbaum Plantagen Bio Kaffee – Der Milde aus Mexiko

Lebensbaum Bio-Kaffee

Wir lieben den Tee von Lebensbaum und für den gemahlenen Plantagen Biokaffee haben wir auch nur Gutes übrig. Die koffeinhaltige Sorte besteht zu 100 % aus Arabica-Bohnen und trägt neben dem Bio- auch das Demeter-Siegel (biologisch-dynamische Landwirtschaft).

Die Kaffeebohnen wachsen an Hängen im Südosten von Mexiko, wo sie bei eher kühlen Temperatur langsam reifen. Die von Hand gepflückten Bohnen werden schließlich in einer alten Bio-Rösterei in Deutschland verarbeitet und in Bio-Märkten wie Alnatura und online (z. B. Amazon Fresh) für ca. 6 Euro pro 250 Gramm vertrieben.

Besonders positiv sind uns seine feine Crema und der milde Geschmack aufgefallen, der durch eine ganz leichte Säure ergänzt wird. Und nebenbei: Tolles Packaging mit dem Riesentukan auf der Front.


2.     Orang-Utan Bio Kaffee – Genießen & Regenwald schützen

Orang-Utan Bio Kaffee

Der Orang-Utan Bio-Kaffee von Speicherstadt überzeugt nicht nur äußerlich mit einer aromadichten Pappverpackung, sondern auch innerlich mit seinem nussigen, leicht süßlichen Geschmack und einem beeindruckenden Gesamtkonzept.

Hinter dem Produkt steckt nämlich ein Trio aus Kaffeeröstern, lokalen Kaffeebauern und Tierschützern. Ihr gemeinsames Ziel: hochwertigen Bio-Kaffee in kleinen Gärten auf Sumatra nachhaltig anbauen und zugleich die Biodiversität (inkl. Orang-Utans) des umliegenden Regenwaldes schützen. Für diesen Zweck erhalten die Familienbetriebe und die Regenwald-NGO pro Kilogramm Kaffee eine Prämie von jeweils 50 Cent.

Die Kaffeebohnen werden vor allem online vertrieben. Das 250g-Päckchen kostet ca. 7,50 Euro.


3.     Mount Hagen Bio Arabica Kaffee – Der Kräftige aus Hochlagen

Mount Hagen Bio-Kaffee

Der Mount Hagen ist der günstigste und der kräftigste unter unseren Favoriten. Er besteht aus 100 % Arabicabohnen, die gemixt aus Honduras, Peru und Papua-Neuguinea stammen und in der Sonne getrocknet werden.

Seine herbe wird durch eine säuerlich-fruchtige Note begleitet und man findet ihn als ganze Bohne oder fein gemahlen in Bio-Märkten (z. B. denn`s) und Online-Shops.

Ein halbes Kilo gibt es bei manchen Anbietern schon für unter 8 Euro zu kaufen und das, obwohl er neben dem Bio- auch das Fairtrade-Siegel trägt. In puncto Preis-Leistung hat er unter unseren TOP5 die Nase vorn. Die Zubereitung gelingt mit allen gängigen Methoden, die schönste Creme haben wir allerdings mit der AeroPress hinbekommen.


4.     GEPA Bio Café Orgánico – Fairtrade & besonders mild

GEPA Bio Kaffee

Der GEPA Biokaffee ist der mildeste unter den TOP 5. Säure ist nur minimal vorhanden, daher ist er besonders magenschonend. Die 100 % Arabica-Bohnen stammen aus Mexiko, Peru und Bolivien, wo sie ökologisch angebaut und von Hand geerntet werden.

GEPA war mit diesem sortenreinen Produkt vor vielen Jahren das erste Unternehmen mit Fairtrade-Kennzeichnung auf dem deutschen Markt. Neben angemessener Entlohnung spielen Natur- und Umweltschutz eine zentrale Rolle bei GEPA: Man unterstützt zahlreiche Projekte in den Anbauländern, z. B. Nationalparks, um seltene Tier- und Pflanzenarten vor dem Aussterben zu schützen.

Das 250g-Paket kostet ca. 5 Euro und ist im stationären wie auch im Online-Handel erhältlich.


5.     Happy Coffee Bio Decaf – Der Weiche ohne Koffein

Happy Coffee ohne Koffein

Koffeinfreier Kaffee ist out? Nicht doch! Vor allem nicht der Bio-Decaf von Happy Coffee aus Mexiko. Er ist perfekt am Nachmittag, um abends gut einzuschlafen und auch dann, wenn man nervös oder kribbelig ist.

Sein Geschmack ist sehr angenehm weich, mild und dennoch ist ein ausgeprägtes Kaffeearoma ohne Säure vorhanden. Das liegt sicher auch an dem schonenden Verfahren mit Wasser und Naturkohlensäure, mit dem man ihn entkoffeiniert.

Happy Coffee bietet seine Variante ohne Koffein in den Größen 500 Gramm und 1 Kilo an (ca. 25 Euro.), ganze Bohne und auch gemahlen.


[1] https://de.statista.com/themen/171/kaffee/.

[2] https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/konsum-studie-deutsche-kaufen-weniger-kaffee-als-im-vorjahr/25210576.html.

Zurück

Heilpilze & Vitalpilze kaufen in Deutschland – Wirkung & Anwendung

Erste Schritte: Nachhaltiger leben, reisen, kleiden, einkaufen & ernähren – so leicht geht‘s

Nächster

Schreibe einen Kommentar