Nachhaltige Bio Binden und Öko Slipeinlagen ohne Plastik kaufen

Frauen verbringen viele Wochen pro Jahr damit, zu menstruieren. Die richtigen Hilfsmittel können maßgeblich dazu beitragen, das Ganze so angenehm wie möglich zu machen. Insbesondere nachhaltige Bio Binden und Slipeinlagen stehen auf dem Einkaufszettel von Frauen.

Wir verraten, warum die nachhaltigen Ökoprodukte tatsächlich Sinn machen, aus welchen Materialien sie bestehen und wo sie erhältlich sind.

Die Testsieger von Öko-Test

Insgesamt wurden 25 Binden und 23 Slipeinlagen von Öko-Test auf Material, halogenische Verbindungen und Saugkraft getestet. Hierbei haben 3 der Binden mit dem Testurteil “sehr gut” abgeschnitten.

Nachhaltige Damenbinden

  • Facelle 16 Ultra-Binden, normal mit Flügeln Rossmann
  • Facelle So Free Ultra-Binden, normal mit Flügeln Bio Rossmann
  • Jessa Ultra-Binden Active Shape, normal mit Flügeln Dm

Der Test stellt unter Beweis, dass teure Marken nicht besser als No-Name oder Hauseigene Marken sind, sondern sogar schlechter abschneiden. Folgende vier Testsieger gingen unter den Slipeinlagen hervor.

Nachhaltige Slipeinlagen

  • Facelle So Free Slipeinlagen, normal Rossmann
  • Jessa Slipeinlagen Active Shape, normal Dm
  • Satessa Slipeinlagen, normal, frei von Duftstoffen Aldi Nord
  • Sophie Slipeinlagen, normal, luftdurchlässig Netto
Slipeinlagen-ohne-Plastik
Konventionelle Baumwolle, Kunststoffe und Zellulose können problematisch für den Intimbereich sein

Das kann in herkömmlichen Binden bzw. Slipeinlagen stecken

Der Intimbereich ist wohl der sensibelste Bereich am Körper und daher unbedingt schützenswert. In einer ganz bestimmten Woche im Monat kommt die empfindliche Region aber häufig mit Materialien in Kontakt, die Schaden anrichten können. Zudem gibt es Frauen, die Slipeinlagen täglich benutzen. In dem Fall ist der Hautkontakt praktisch rund um die Uhr gegeben.

Aber was ist an herkömmlichen Slipeinlagen oder Binden eigentlich so bedenklich? Kurzum: Das Material. Sie bestehen zu einem großen Teil aus Kunststoff, Zellulose und konventioneller Baumwolle.

Das hört sich zunächst nicht kritisch an, kann bei einem genauen Hinsehen aber tatsächlich zum Problem werden. Der Kunststoff, der sich in Binden verarbeiten lässt, ist beispielsweise der gleiche, wie er auf der Baustelle verwendet wird. Konventionelle Baumwolle wird zudem häufig mit Pestiziden behandelt.

Am Ende kann sich ein Mix aus Inhaltsstoffen ergeben, der dem empfindlichen Intimbereich so gar nicht schmeichelt.

Schlussfolgerungen des Öko-Tests

Ökotest hat herkömmliche Binden ebenfalls unter die Lupe genommen. Dabei wurde festgestellt, dass viele Produkte noch immer halogenorganische Verbindungen beinhalten. Auch Duftstoffe oder andere reizende Substanzen sind nicht ausgeschlossen.
Der Mix aus unterschiedlichen, teils unerwünschten, Substanzen, ist nicht nur ein Problem für die Umwelt, sondern auch für den Körper. Trotzdem gibt es Produkttests, die Binden nicht abwerten, selbst wenn sie halogenorganische Verbindungen enthalten. Deshalb ist es wichtig, dass Frauen sich selbst ein Bild von den Inhaltsstoffen machen. Auf der Verpackung muss die Zusammensetzung aufgeführt sein.

Leider ist das nur ein geringer Trost. Denn häufig bleibt unklar, unter welchen Produktionsbedingungen die Binden hergestellt wurden und woraus sie bis ins kleinste Detail bestehen. Sicherheit geben daher entsprechende Siegel und Unternehmen, die sich gleichzeitig für Nachhaltigkeit und schonende Inhaltsstoffe einsetzen. Im Zweifel lohnt es sich auch, bei dem Hersteller nachzufragen, um Unklarheiten zu beseitigen. In der Regel bieten gerade Produzenten von nachhaltigen Alternativen auf ihrer Website viele Informationen dazu, wie ihre Binden oder Slipeinlagen produziert werden.

Es kommt aufs Klima an

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Das intime Klima und auch das unserer Umwelt leiden unter dem Plastik in Binden & Co.

Der Intimbereich möchte durchatmen. In Plastik verpackt, ist ihm das nicht möglich. Frauenärzte betonen immer wieder, dass das Klima in der Unterwäsche stimmen muss, damit sich kein Nährboden für Pilze und Co. entwickelt.

Insbesondere Frauen, die häufig an Scheidenpilz leiden, wird geraten, auf Baumwolle zu setzen. Das fängt bei der Unterwäsche an und hört bei Menstruationsartikeln auf.

Der Begriff Klima kann aber nicht nur mit der Intimflora in Verbindung gebracht werden, sondern auch mit der Umwelt. Wenn jede Frau während ihrer Periode durchschnittlich 20 Binden verbraucht, sind es im Jahr 240 Stück. Daraus ergibt sich ein großer Müllberg, der aufgrund der Inhaltsstoffe nur schlecht abbaubar ist.

Warum nachhaltige Produkte die bessere Alternative sind

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Die verwendeten Materialien für Binden und Slipeinlagen sind sowohl für den Körper als auch unsere Natur deutlich besser verträglich.

Nachhaltige Produkte nehmen Rücksicht auf Frau und Natur. Öko Binden sind deutlich umweltfreundlicher. Es gibt sogar Produkte, die vollständig biologisch abbaubar sind. Bereits während der Produktion können sie dadurch überzeugen, dass der CO2 Ausstoß geringer ist. Das liegt daran, dass Bio Baumwolle verarbeitet wird. Zudem wird an Wasser, Pestiziden und Chemikalien gespart. Auf Gentechnik wird vollständig verzichtet. Der Verarbeitungsprozess schont also die Ressourcen der Erde nachhaltig.

Was gut für die Umwelt ist, kommt auch der empfindlichen Körperregion zugute. Schließlich berichten Frauen immer wieder davon, dass sie auf herkömmliche Produkte mit Juckreiz oder Rötungen reagieren. Das kann in den meisten Fällen darauf zurückgeführt werden, dass Chemikalien in den Binden oder Slipeinlagen enthalten sind.

Kommt es während des Tragens zum Schwitzen oder zur Reibung, zeigt sich die Haut besonders empfindlich. Bio Binden und Slipeinlagen werden deutlich besser vertragen, da Chemikalien tabu sind und Plastik weitestgehend vermieden wird.

Wie funktionieren Bio Binden?

Herkömmliche Binden verarbeiten Kunststoff in der Oberfläche. Auch der Saugkern setzt auf Plastik. Das Ganze funktioniert so, dass im Inneren Plastikkügelchen das Blut aufnehmen und einschließen. Nicht gerade ein angenehmer Gedanke.

Ökologische Binden und Slipeinlagen haben hingegen einen anderen Ansatz. Hier wird auf Bio Baumwolle und Zellstoff gesetzt. Die Haut kommt demnach nur mit zertifizierten, nachhaltigen Materialen in Kontakt. Eine feuchtigkeitsundurchlässige Schicht und ein Klebestreifen, der auch hier in der Regel aus Kunststoff besteht, verhindern das Auslaufen und Verrutschen.

Wie finde ich einen passenden Anbieter?

Mittlerweile hat sich der Trend zu ökologischen Menstruationsprodukten durchgesetzt. Das ist eine gute Sache, denn Kunden können somit aus einer Vielzahl von Produkten wählen. Trotzdem heißt es auch hier: Augen auf, beim Binden-Kauf. Schließlich gibt es einige Anbieter, die sogenanntes Greenwashing betreiben. Sie erwecken also den Eindruck, dass es sich um natürliche Produkte handelt, am Ende sind jedoch trotzdem viele kritische Inhaltsstoffe enthalten.

Auf Nummer sichergehen Frauen, wenn sie Produkte wählen, bei denen zertifizierte Materialien verarbeitet sind. Ökovarianten gibt es nicht nur online, auch im Drogeriemarkt finden sich immer mehr Ausführungen, die angenehm zu tragen und besser für die Umwelt sind.

Manchmal lohnt es, sich ein wenig durchzuprobieren, denn nicht jede Passform ist für jeden Intimbereich geeignet.

So können Müllberge noch weiter verringert werden

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Um den Müll der bei der Periode anfallen kann zu reduzieren, empfehlen wir auch wiederverwendbare Optionen wie Periodenunterwäsche

Nachhaltige Bio bzw. Ökobinden und Slipeinlagen sind ein guter Anfang. Zur Ergänzung oder zum Ersatz eignen sich darüber hinaus weitere Menstruationsprodukte, die noch weniger Müll produzieren.

Für Zuhause sind beispielsweise waschbare Stoffbinden, Slipeinlagen und Periodenunterwäsche empfehlenswert. Sie können heiß in der Maschine gewaschen werden und sind somit viele Male wiederverwendbar. Da sie ausschließlich aus Baumwolle bestehen, sind sie insbesondere für Frauen geeignet, die einen sehr empfindlichen Intimbereich haben. Natürlich können waschbare Binden aus Stoff und Periodenunterwäsche auch unterwegs getragen werden. Einige Frauen bevorzugen es jedoch, unterwegs auf nachhaltige Bio Binden zu setzen, da diese einfach entsorgt werden können.

Eine weitere Alternative ist ein Menstruationsschwamm, der aber nicht so weit verbreitet ist. Viele Frauen setzen zudem auf Menstruationstassen, die zwar aus Kunststoff bestehen, jedoch viele Male wiederverwendet werden können. Vorteil ist auch hier, dass weder Pestizide noch Duftstoffe die empfindliche Haut reizen. Allerdings kann sich nicht jede Frau an den Gedanken erfreuen, eine Menstruationstasse zu nutzen.

 

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