Pflanzliche Sahne Test: Vegane Alternative zum Kochen und Backen

Pflanzenmilch ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Zum Kochen und Backen werden nun vegane Alternativen zunehmend beliebter. Pflanzliche Sahne kann Speisen und Gebäck den letzten Schliff verleihen – ganz ohne schlechtes Gewissen der Umwelt gegenüber.

Wir verraten, warum vegane Sahne sinnvoll ist und welche Produkte sich besonders gut für den Einsatz in der Küche eignen.

Warum ist pflanzliche Sahne empfehlenswert?

Sahne hat mit den gleichen Vorurteilen zu kämpfen, wie andere Milchprodukte. Entstammen sie aus der konventionellen Zucht, plagt viele Anwender das schlechte Gewissen. Die noch immer vorherrschenden Haltungsbedingungen zwingen einige Konsumenten, andere Strategien aufzufahren. Eine ist, auf pflanzliche Produkte auszuweichen, um das Tierwohl zu unterstützen.

Das wirkt sich auch auf die Umwelt aus, da Massentierhaltung bekanntermaßen dort Schaden anrichten kann. Natürlich eignen sich entsprechende Produkte auch für Menschen, die sich bewusster ernähren wollen, nicht nur mit Blick auf das Tierwohl. Die pflanzliche Ernährung bietet viele Vorzüge. Vegetarier, Veganer oder Teilzeitanhänger der pflanzlichen Kost kommen bei veganer Sahne auf ihre Kosten.

Pflanzliche Sahne im Vergleich – diese Möglichkeiten gibt es

Sojabohnen und Sojasahne
Pflanzliche Sahne ist vielfältig in Geschmack und Anwendung – jedoch immer die gesündere Alternative zu herkömmlicher Milch

Alternativen zur herkömmlichen Sahne gibt es mittlerweile im Bioladen, Reformhaus oder im Supermarkt um die Ecke. Allerdings dürfen diese rein rechtlich nicht als „Sahne“ bezeichnet werden. Stattdessen hören sie auf Namen wie „Creme“ oder „Whip“. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie für den gleichen Zweck eingesetzt werden, und zwar zum Kochen und Backen. Endverbraucher nutzen übrigens sehr wohl die Bezeichnung „Sahne“, um der Sache einen einleuchtenden Namen zu geben.

Wie auch bei Milch, kommen unterschiedliche Kandidaten infrage, um das Alltagsprodukt zu ersetzen. Der Anwendungszweck und der Geschmack bestimmen darüber, welcher Sahneersatz empfehlenswert ist.

Soja-Sahne

Der Klassiker unter den veganen Alternativen. Sie wird genauso wie normale Sahne eingesetzt und kann warme sowie kalte Speisen bereichern. Backen oder Kochen sind mit der Sojasahne kein Problem.

  • Vorteil: Kann vielseitig eingesetzt werden, enthält weniger Fett und ist frei von Cholesterin sowie Gluten.
  • Nachteil: eigentümlicher Geschmack.

Reis-Sahne

Ein Alternativprodukt mithilfe von Reis zu gewinnen, scheint ein weitverbreitetes Konzept zu sein. Sie wird von Herstellerseite häufig als „Rice Whip“ bezeichnet und ist in vielen Läden erhältlich.

  • Vorteil: fettarm und frei von Gluten. Spezielle Sorten eignen sich besonders gut zum Aufschlagen.
  • Nachteil: weniger cremig, daher zum Kochen nicht so gut geeignet.

Dinkel-Sahne

Wo pflanzliche Helfer gefragt sind, darf Dinkel nicht fehlen. Allerdings taugt diese Alternative nur sehr begrenzt, zumindest was das Backen angeht. Daher sollte bei Bedarf auf andere pflanzliche Produkte ausgewichen werden.

  • Vorteil: süßlicher, getreideartiger Geschmack. Cholesterinfrei und fettarm.
  • Nachteil: Glutenhaltig, lässt sich nicht aufschlagen.

Hafer-Sahne

Die vegane Alternative kann ebenfalls als Ersatz für Kuhsahne genutzt werden. Ihr leicht süßlicher Geschmack verschwindet, sobald die Speisen gekocht werden. Das Problem ist auch hier, dass sich Hafer-Sahne nicht aufschlagen lässt.

  • Vorteil: angenehmer, süßlicher Geschmack. Frei von Cholesterin und fettarm.
  • Nachteil: kein Aufschlagen möglich, glutenhaltig.

Mandel-Sahne

Auch Mandeln werden herangezogen, um Pflanzensahne zu produzieren. Mandelsahne ist sowohl für das Backen als auch für das Kochen geeignet. Die Alternative ist allerdings alles andere als gut für die Umwelt. Es sind große Mengen Wasser nötig, um Mandeln anzubauen. Deshalb sind sie aus ökologischer Sicht nicht empfehlenswert.

  • Vorteil: viele Anwendungsmöglichkeiten.
  • Nachteil: nicht nachhaltig.

Sahneersatz fernab vom Mainstream

Kokossahne aus Kokosmilch
Wenn gerade keine pflanzliche Sahne zur Hand ist kann man zum Beispiel auf Kokosmilch ausweichen

Die herkömmlichen Alternativen zu üblicher Kuhsahne greifen auf Soja, Hafer, Dinkel und Reis zurück. Es gibt aber auch solche, die nicht unter die klassische Kategorie pflanzliche Sahne fallen. Dazu gehören Kokosmilch und pflanzlicher Joghurt. Aber Vorsicht, auch hierbei gibt es Öko-Stolpersteine und Probleme beim Aufschlagen.

Kokosmilch

Zugegeben, ein klassischer Sahneersatz ist Kokosmilch nicht. Er wird aber häufig dafür verwendet. Insbesondere Currygerichte oder Suppen können damit angedickt werden. Die Konsistenz ist durch die Verfeinerung cremig und die geschmackliche Note harmoniert mit vielen Gerichten. In gekühlter Form kann Kokosmilch auch aufgeschlagen werden. Zuvor gilt es jedoch einen Pürierstab zur Hand zu nehmen.

Kokosmilch kann aber nicht auf ganzer Strecke überzeugen. Entsprechende Produkte enthalten viele Kalorien und Fett. Eine bewusste Ernährung ist damit nicht so einfach. Zudem müssen Kokosnüsse lange Strecken zurücklegen, was die Ökobilanz deutlich verschlechtert.

Pflanzlicher Joghurt

Joghurt kann ebenfalls als Sahneersatz dienen. Allerdings muss auch hier eingegrenzt werden, denn zum Aufschlagen eignet sich der pflanzliche Helfer nicht. Übrigens: Ein Klecks Quark kann in Gerichten überzeugen.

Welche pflanzliche Sahne lässt sich gut aufschlagen?

Pflanzliche aufgeschlagene Sahne
Nicht jede pflanzliche Sahne lässt sich einfach aufschlagen – Sojasahne ist hier die beste Wahl

Nicht jede vegane Sahne lässt sich einfach aufschlagen. Produkte aus Hafer und Dinkel sind beispielsweise nicht geeignet. Anwender können stattdessen auf spezielle pflanzliche Schlagsahne ausweichen. Diese besteht aus Reis oder anderen geeigneten Komponenten. Auch Sojasahne kann aufgeschlagen Torten und Kuchen verfeinern.

Kokosmilch lässt sich übrigens ebenfalls steif anrühren, allerdings überzeugt hier die Ökobilanz nicht. Wer noch nicht fündig geworden ist, kann sich auch in Foren und Gruppen austauschen. Hier werden mittlerweile viele Rezepte mit pflanzlichen Helfern empfohlen.

Vegane Sahne selbst herstellen

Cashew-Sahne-aus-Nüssen
Am besten schmeckt’s selbstgemacht? Es gibt verschiedene Möglichkeiten vegane Sahne selbst herzustellen

Für alle, die gerne selbst zur Tat schreiten, gibt es eine gute Nachricht. Pflanzliche Sahne kann auch selbst hergestellt werden. Mit wenigen Zutaten lässt sich die Konsistenz je nach Belieben ändern. Das freut auch die Umwelt. Schließlich wird so an Verpackungsmüll gespart.

Aus diesen Komponenten lässt sich vegane Sahne zu Hause herstellen:

Nussmus

Mandelmus, Cashewmus, Haselnussmus oder Hanfmus kann als Grundlage dienen. Die Herstellung ist denkbar einfach. 100 g Nussmus mit 200 ml pflanzlicher Milch pürieren – fertig.

Haferflocken

Als Ausgangsbasis sind Haferflocken bestens geeignet. Nicht zuletzt deshalb, weil sie gerne quellen. Allerdings sind hier ein wenig Fingerspitzengefühl und Engagement gefragt. Auf 600 ml Wasser kommen 100 g Haferflocken. Zunächst gilt es, 300 ml aufzukochen und die Haferflocken darin quellen zu lassen. Danach werden die restlichen 300 ml Wasser hinzugefügt und durch ökologisch wertvolles Pflanzenöl und Salz ergänzt. Die Masse wird dann püriert und durch einen Nussmilchbeutel gepresst. Aufwendig, aber sehr effektiv.

Nüsse

Wer den Aufwand nicht scheut, kann pflanzliche Sahne auch aus ganzen Nüssen herstellen. Dafür eignen sich Mandeln, Paranüsse oder Cashews. Hier ist allerdings Geduld gefragt, schon bevor es losgeht. Drei Stunden sollten die Nüsse einweichen, so wird die Sahne schlussendlich besonders cremig. Nachdem das Einweichwasser abgeschüttet wurde, wird 600 ml pro 200 g Nüsse hinzugegeben. Danach wird alles püriert, bis sich eine cremige Konsistenz ergibt.

Wo kaufen?

Die größte Auswahl pflanzlicher Sahnealternativen findet man meist im Biomarkt, wie zum Beispiel bei Denns, der Bio Company, im Reformhaus oder der Bio-Food Abteilung von dm. Aber auch Discounter und Supermärkte wie Aldi, Lidl, Edeka, Rewe, Real, Netto, Hit und Kaufland bieten vegane Sahne an.

Welche Marken?

Da selber machen manchmal zu lange dauert, stellen wir Euch hier die gängigsten Hersteller pflanzlicher Sahne vor:

  • Alpro
  • Alnatura
  • EcoMil
  • Oatly
  • Provamel
  • Natumi
  • Schlagfix
Zurück

Nachhaltige Bio Unterwäsche – Ökologische und faire Dessous

Veganer Nagellack Test: Nachhaltig, schadstofffrei und ohne Tierversuche

Nächster

Schreibe einen Kommentar