Sechs klimafreundliche Kaffeealternativen mit & ohne Koffein

Warum ist Kaffee meist nicht nachhaltig?

Kaffee ist in vielerlei Hinsicht ein ressourcenintensives Produkt. Was bei Anbau, Ernte und Transport mit Blick auf den Klima- und Umweltschutz besonders bedenklich ist?
Mehr dazu hier:

☕️ Wasser: Der Anbau von Kaffee erfordert große Mengen Wasser. Laut Experten fällt für die Produktion einer Tasse etwa 140 Liter Wasser an. Dieser Wert bezieht sich auf den gesamten Prozess von der Anpflanzung der Bohne bis zum fertig gebrühten Endprodukt.

☕️ Fläche: Für den Kaffeeanbau werden beträchtliche Landflächen benötigt. Weltweit sind es mehr als 11 Millionen Hektar Land, die mit Kaffeesträuchern bedeckt sind. Zum Vergleich: Hafer, ein Grundnahrungsmittel, ist lediglich auf einer Fläche von 9,5 Millionen Hektar vertreten. Die beiden wichtigsten Länder für den Anbau sind Brasilien und Kolumbien. Mit Indonesien und Vietnam gewinnt Asien in diesem Segment stetig an Bedeutung.

☕️ Energie: Die Verarbeitung von Kaffeebohnen erfordert hohe Energiemengen für das Trocknen, Rösten und Mahlen. Meist kommt dafür Energie aus fossilen Quellen zum Einsatz.

☕️ Chemikalien: Bei konventionellen Anbaumethoden werden oft Pestizide, Herbizide und chemische Düngemittel eingesetzt, um den Ertrag zu steigern und Schädlinge zu bekämpfen. Dies kann zu Umweltverschmutzung und negativen Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren führen.

☕️ Verpackung/Müll: Die Verpackungsmaterialien von Kaffee, etwa Plastikbeutel mit Pads, Kaffeekapseln oder Einwegbecher vom Bäcker, erzeugen eine Menge Abfall und verbrauchen Ressourcen wie Papier, Kunststoff und Aluminium.

☕️ Transport: Kaffeebohnen werden oft über weite Strecken transportiert, was Energie verbraucht und Treibhausgasemissionen verursacht, insbesondere wenn der Transport per Luftfracht erfolgt.

Diese Punkte machen deutlich, dass Kaffee in verschiedenen Phasen seines Produktions- und Konsumzyklus einen hohen Ressourcenfußabdruck aufweist und vielfältige Auswirkungen auf Umwelt und Lebewesen haben kann.

Nicht nur deshalb ist es wichtig, auf nachhaltig erzeugten Kaffee und auf einen bewussten/reduzierten Konsum zu setzen. Oder du greifst einfach zu klimafreundlichen Kaffeealternativen. Welche zur Auswahl stehen, erfährst du gleich.

Gibt es auch nachhaltigen Kaffee?

Ja, den gibt es. Mit Blick auf die drei Dimensionen des Nachhaltigkeitsbegriffs kommt es dabei vor allem auf Folgendes an:

Nachhaltiger Kaffee ist das Ergebnis eines komplexen Prozesses, der ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt.

Dies umfasst eine Anbauform, die die Artenvielfalt schützt, auf schädliche Chemikalien verzichtet und in großen Teilen auf schattigen Flächen stattfindet.

Sozial gerechter Kaffee berücksichtigt faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen für alle am Herstellungsprozess beteiligten Personen. Eine transparente Lieferkette, die den direkten Handel zwischen Bauern und Käufern fördert, ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt.

Zertifizierungen wie Fair Trade und Rainforest Alliance helfen, nachhaltigen und ethischen Kaffee zu identifizieren.

Nachhaltige Kaffeealternativen mit & ohne Koffein

Sechs Alternativen zu Bohnenkaffee

Im Folgenden stellen wir dir unsere liebsten Kaffeealternativen vor, die mal mit, mal ohne eine extra Portion Koffein bzw. Teein gespickt sind.

Kaffeealternativen mit Koffein

Wir beginnen mit 3 leckeren Wachmachern, die am besten nur bis nachmittags konsumiert werden sollten.

Kaowach – Bio-Kakao mit Koffein/Guarana

Kaowach Kakao mit Koffein

Kaowach Kakao mit Guarana ist eine Mischung aus hochwertigem, fair gehandeltem Bio-Kakao und Guarana, einer Pflanze, die natürlicherweise Koffein enthält.

Diese Kombination bietet eine effektive Energiequelle und einen super leckeren Geschmack, der ganz nebenbei das Verlangen nach Süßigkeiten stillt oder zumindest reduziert.

Der Kakao ist eine gute Alternative zu herkömmlichem Kaffee und liefert einen anregenden Schub ohne die Notwendigkeit eines zusätzlichen Kicks. Die kleine Brand aus Berlin beachtet bei der Herstellung alle drei Dimensionen des Nachhaltigkeitsbegriffs.

Es gibt ihn fertig gemischt zum sofortigen Genuss, als Pulver zum Anrühren und außerdem in verschiedenen Sorten.


Bio-Matcha Pulver von Origeens

Bio Matcha von Origeens

Matcha basiert auf gemahlenem grünem Tee. Die feine Pulverform ermöglicht es, das gesamte Blatt zu konsumieren und eine konzentrierte Dosis an Nährstoffen zu sich zu nehmen.

Neben seinem natürlichen Koffeingehalt, der eine sanfte und langanhaltende Energiequelle bietet, enthält Matcha auch Teein, eine Form von Koffein, die langsamer freigesetzt wird und eine stabile Energiequelle darstellt – ohne typische Koffein-Nebenwirkungen wie Nervosität.

Darüber hinaus ist Matcha reich an Antioxidantien, insbesondere Katechine, die Entzündungen bekämpfen und die Immunfunktion unterstützen können. Er kann traditionell als Tee genossen werden, macht sich aber auch gut in Smoothies, Kuchen und Torten.

Unser persönlicher Testsieger ist das Bio-Matcha Pulver von Origeens: sehr lecker und relativ günstig für so ein hochwertiges Produkt aus Japan.


Mushroom Coffee – Kaffee mit Vitalpilzen, Four Sigmatic

Mushroom Coffee als gesunde Kaffeealternative

Diese Kaffee-Alternative besteht zwar auch aus Kaffeebohnen, ist aber so gut, dass wir sie dir nicht vorenthalten möchten. Zumal ist der Kaffeeanteil aufgrund der anderen Zutaten natürlich geringer. Wobei handelt es sich hierbei nun?

Mushroom Coffee ist ein Kaffee, der verschiedene Pilzextrakte enthält. Typischerweise werden Pilze wie der Cordyceps, der Lion’s Mane oder der Reishi verwendet. Diese bieten eine Reihe von potenziellen gesundheitlichen Vorteilen, darunter die Stärkung des Immunsystems, die Steigerung der Energie und die Verbesserung der kognitiven Funktion.

Mushroom Coffee weist oft einen geringeren Koffeingehalt auf als herkömmlicher Kaffee, was zu einem sanfteren Energieanstieg führt.

Die Pilze werden in der Regel als Extrakte zugesetzt und verleihen dem Getränk eine leicht erdige Note. Unser Favorit ist der Bio Mushroom Coffee von Four Sigmatic, der die Pilze Löwenmähne und Chaga enthält.


Ressourcenschonende Kaffeealternativen ohne Koffein

Gerade nachmittags und abends greifen wir gern auf die folgenden drei Kaffee-Alternativen zurück, die allesamt ohne aufputschende Inhaltsstoffe auskommen.

Gesund und nachhaltig: Bio-Lupinenkaffee, effective nature

Lupinenkaffee als gesunde Kaffeealternative

Lupinenkaffee ist ein Getränk, das aus gerösteten und gemahlenen Lupinenbohnen hergestellt wird. Der Geschmack ist eher mild mit einer natürlichen Süße und erinnert zum Beispiel an Getreidekaffee.

Die koffein- und glutenfreie Kaffeealternative weist einen niedrigen Säuregehalt auf und enthält zudem, da es sich um eine Hülsenfrucht handelt, viel Protein.

Ein Plus für den Boden: Weil die Lupine eine stickstofffixierende Pflanze ist, trägt sie dazu bei, den Boden zu verbessern und die Umweltbelastung zu verringern. Somit ist Lupinenkaffee auch aus ökologischer Sicht eine nachhaltige Option.

Wir mögen das Bio-Produkt von effective nature besonders gern. Es besteht zu 100% aus Süßlupine und wird von einem kleinen Betrieb in Deutschland hergestellt.


Bio Goldene Milch ohne (Haushalts-)Zucker, EWL Naturprodukte

Goldene Milch als koffeinfreie Alternative zu Kaffee

Goldene Milch, auch bekannt als Kurkuma-Latte, ist ein warmes Getränk, das aus Milch (oder Milchersatz), Kurkuma und verschiedenen Gewürzen wie Ingwer, Zimt und schwarzen Pfeffer hergestellt wird.

Charakterisiert durch ihre goldene Farbe und reiche Aromen, schmeckt sie nicht nur sehr gut, sondern sie ist auch noch gesund. Verantwortlich dafür ist vor allem Kurkuma bzw. das Curcumin: ein starkes Antioxidans und entzündungshemmendes Mittel, welches zahlreiche gesundheitliche Vorteile bietet.

Darüber hinaus kann man die Golden Latte mit gesunden Milchalternativen aus Mandeln oder Koks zubereiten und ihr so zusätzliche Health-Benefits verleihen.

Manchmal machen wir die Milch selbst aus frischen Zutaten, oft greifen wir aber auch auf das Bio-Pulver von EWL Naturprodukte zurück, das nur ein bisschen Kokosblütenzucker und außerdem Ashwagandha enthält.


Koffeinfreier Bio-Getreidekaffee aus Gerste, GEPA

Getreidekaffee GEPA als koffeinfreie Kaffeealternative

Getreidekaffee ist eine Kaffeealternative, die aus gerösteten und gemahlenen Getreidesorten produziert wird. Zur Verwendung kommen dabei meist Gerste, Roggen, Dinkel und manchmal auch Zichorie.

Die Heißgetränke haben zwar einen kaffeeähnlichen Geschmack, sind allerdings koffeinfrei und zudem günstiger.

Getreidekaffee ist darüber hinaus auch ein bisschen gesund, da er säurearm ist und die natürlichen Ballaststoffe aus dem Getreide gut für die Verdauung sind – allerdings nur für Menschen ohne Zöliakie/Glutenunverträglichkeit.

Handelt es sich um ein Bio-Produkt, kann Getreidekaffee seinen klassischen Bruder mit Koffein auch in puncto Nachhaltigkeit schlagen. In der Regel erfordert der Anbau von Weizen & Co. weniger Wasser und Pestizide.

Die Bio-Sorte von GEPA stammt aus fairem Handel, besteht komplett aus Gerste und zählt zu unseren Lieblingen in diesem Segment.



 

Zurück

Umweltschonend heizen: Fünf nachhaltige Heizsysteme im Vergleich

Schreibe einen Kommentar