Die Produktion von Fleischersatz in Deutschland ist 2025 erstmals seit Jahren leicht zurückgegangen. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts wurden rund 124.900 Tonnen vegetarische und vegane Fleischalternativen hergestellt. Das entspricht einem Minus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
→ großes Sortiment an veganem + vegetarischem Fleischersatz
→ vegane Grillwürstchen, Soja-Köttbullar, vegetarischer Kochschinken …
→ Rabatt für Neukunden
Auf den ersten Blick könnte das wie das Ende des Veggie-Booms wirken. Tatsächlich zeigen die Zahlen aber eher eine Normalisierung des Marktes. Denn trotz des kleinen Minus bleibt die Branche deutlich größer als noch vor wenigen Jahren.
Inhaltsverzeichnis
- Produktion von Fleischersatz seit 2019 mehr als verdoppelt
- Fleischindustrie bleibt wirtschaftlich deutlich größer
- Warum das Wachstum bei Fleischalternativen langsamer wird
- Warum pflanzliche Ernährung trotzdem weiter wächst
- Was die neuen Zahlen wirklich bedeuten
- Zusatz: Sind Fleischersatzprodukte wirklich nachhaltiger als Fleisch?
- Mehr zum Thema nachhaltige Ernährung
Produktion von Fleischersatz seit 2019 mehr als verdoppelt
Noch im Jahr 2019 lag die Produktionsmenge bei rund 60.400 Tonnen. Innerhalb von sechs Jahren hat sich die Herstellung pflanzlicher Fleischalternativen damit mehr als verdoppelt.
Besonders stark war das Wachstum zwischen 2020 + 2024:
- 2023: rund 121.600 Tonnen
- 2024: rund 126.500 Tonnen
- 2025: rund 124.900 Tonnen
Der aktuelle Rückgang fällt vergleichsweise gering aus. Die meisten Marktbeobachter sehen darin deshalb keine Krise, sondern eher eine Phase der Stabilisierung nach mehreren Boomjahren.
Fleischindustrie bleibt wirtschaftlich deutlich größer
Trotz steigender Nachfrage nach veganen und vegetarischen Produkten bleibt die klassische Fleischindustrie wirtschaftlich klar dominant.
Während Fleischersatzprodukte 2025 einen Produktionswert von rund 632,6 Millionen Euro erreichten, lag der Wert der Fleischproduktion in Deutschland bei mehr als 45 Milliarden Euro. Der Fleischmarkt ist damit weiterhin mehr als 70-mal größer.
Fleischkonsum 2025
Auch beim Konsum zeigt sich bislang keine vollständige Abkehr von Fleisch. Nach vorläufigen Zahlen lag der Fleischverbrauch 2025 bei durchschnittlich 54,9 Kilogramm pro Person und damit leicht höher als in den beiden Vorjahren.
Warum das Wachstum bei Fleischalternativen langsamer wird
Dass der Boom nicht unbegrenzt weitergeht, überrascht Experten wenig. Mehrere Entwicklungen bremsen derzeit das Wachstum.
Höhere Preise
Viele vegane Ersatzprodukte sind weiterhin teurer als klassische Fleischprodukte. Zwar werden die Preisunterschiede langsam kleiner, dennoch bleibt der Preis für viele Verbraucher ein entscheidender Faktor.
Kritik an hochverarbeiteten Produkten
Gleichzeitig wächst die Diskussion über sogenannte hochverarbeitete Lebensmittel. Einige Konsumenten greifen deshalb lieber zu natürlichen pflanzlichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Tofu oder Gemüse statt zu stark verarbeiteten Ersatzprodukten.
Der Markt erreicht neue Zielgruppen langsamer
In den ersten Boomjahren wurde vor allem eine sehr interessierte Zielgruppe erreicht. Künftiges Wachstum hängt stärker davon ab, ob pflanzliche Alternativen auch dauerhaft im Alltag der breiten Bevölkerung ankommen.
Warum pflanzliche Ernährung trotzdem weiter wächst
Trotz der ersten kleinen Delle sprechen viele Entwicklungen weiterhin für einen langfristigen Trend hin zu pflanzlicher Ernährung.
Dazu gehören:
→ größere Auswahl im Supermarkt
→ bessere Verfügbarkeit in Restaurants
→ wachsendes Interesse an Klima- und Tierschutz
→ steigende Zahl sogenannter Flexitarier
→ bessere Produktqualität bei Geschmack und Konsistenz
Laut der NGO ProVeg greifen inzwischen etwa vier von zehn Menschen in Deutschland regelmäßig zu pflanzlichen Alternativen.
Deutschland gilt außerdem weiterhin als einer der wichtigsten europäischen Märkte für vegane und vegetarische Produkte.
Was die neuen Zahlen wirklich bedeuten
Die aktuellen Zahlen zeigen vor allem, dass der Markt für Fleischalternativen erwachsener wird.
Das explosive Wachstum der vergangenen Jahre flacht zwar ab, doch pflanzliche Ernährung bleibt ein sehr wichtiger Zukunftsmarkt. Gleichzeitig steigt der Druck auf Hersteller, Produkte günstiger, transparenter und qualitativ besser zu machen.
Wie stark Fleischalternativen künftig wachsen, dürfte vor allem davon abhängen:
- wie gut Geschmack und Preisniveau werden
- wie sich Gesundheits- und Ernährungstrends entwickeln
- wie wichtig Klima- und Nachhaltigkeitsthemen bleiben
- wie Politik und Handel den Markt beeinflussen
Klar ist schon heute: Vegane und vegetarische Alternativen sind längst mehr als ein kurzfristiger Trend.
Zusatz: Sind Fleischersatzprodukte wirklich nachhaltiger als Fleisch?
Viele pflanzliche Fleischalternativen verursachen deutlich weniger Treibhausgase als Fleisch, benötigen weniger Wasser und wesentlich weniger landwirtschaftliche Fläche. Besonders groß ist der Unterschied bei Rindfleisch. Laut Umweltbundesamt verursachen pflanzliche Alternativen auf Sojabasis teilweise weniger als ein Zehntel der Emissionen von Rindfleisch.
Warum pflanzliche Proteine oft effizienter sind
Für die Fleischproduktion werden große Mengen Futtermittel, Wasser, Energie und Fläche benötigt. Pflanzliche Proteine können dagegen direkt vom Menschen genutzt werden, ohne den ressourcenintensiven Umweg über Tierhaltung.
Besonders ressourcenschonend gelten deshalb häufig Tofu, Tempeh, Hülsenfrüchte, Lupinen, Seitan und fermentierte pflanzliche Lebensmittel. Hülsenfrüchte können zusätzlich Stickstoff im Boden binden und dadurch den Bedarf an Dünger reduzieren.
Nicht alle Ersatzprodukte schneiden gleich gut ab
Die Umweltbilanz hängt stark von Zutaten, Herstellung und Lieferketten ab. Entscheidend sind unter anderem:
- Herkunft der Rohstoffe
- Energieverbrauch der Produktion
- Transportwege
- Verpackung
- Grad der Verarbeitung
Vor allem stark verarbeitete Produkte mit vielen Zusatzstoffen werden zunehmend kritisch diskutiert. Umweltseitig schneiden sie meist dennoch besser ab als Fleisch.
Auch gesundheitlich oft Vorteile gegenüber verarbeitetem Fleisch
Viele pflanzliche Alternativen enthalten weniger gesättigte Fettsäuren und kein Cholesterin. Gleichzeitig liefern sie häufig mehr Ballaststoffe als verarbeitetes Fleisch.
Studien zeigen zudem, dass der Austausch von Fleisch durch pflanzliche Alternativen LDL-Cholesterin und teilweise auch das Körpergewicht senken kann. Besonders günstig schneiden meist wenig verarbeitete pflanzliche Lebensmittel ab.
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