Mit der Einschulung wächst nicht nur die Vorfreude, sondern meistens auch der Einkaufszettel. Hefte, Mappen, Stifte, Kleber und ein Malkasten gehören häufig dazu. Welche Schulmaterialien für die 1. Klasse tatsächlich benötigt werden, unterscheidet sich jedoch je nach Schule und Lehrkraft teilweise deutlich.
Unsere Auswahl ist deshalb weder eine vollständige Materialliste noch eine Aufforderung, alle zehn Produkte zusätzlich zu kaufen. Sie zeigt praktische Ideen, mit denen sich ohnehin benötigter Schulbedarf etwas umweltfreundlicher zusammenstellen lässt.
Dabei muss nicht jedes Teil im Schulranzen perfekt nachhaltig sein. Manchmal ist eine bestimmte Lineatur vorgeschrieben, das Kind kommt mit einer besonderen Stiftform besser zurecht oder ein robustes Kunststoffprodukt hält schlicht länger. Wo Recyclingpapier, Pappe, zertifiziertes Holz oder weniger problematische Materialien ohne großen Aufwand erhältlich sind, lohnt sich jedoch die bessere Alternative.
Am nachhaltigsten bleibt ohnehin, vorhandene Schulsachen weiterzuverwenden und erst einzukaufen, wenn die offizielle Liste der Schule vorliegt.
Was zeichnet nachhaltige Schulmaterialien aus?
Bei nachhaltigen Schulmaterialien geht es nicht darum, jedes Kunststoffteil durch ein vermeintliches Naturprodukt zu ersetzen. Wichtiger sind nachvollziehbare Kriterien:
- vorhandene Produkte möglichst lange nutzen
- nur die tatsächlich benötigte Menge kaufen
- Recyclingmaterialien bevorzugen
- auf langlebig + reparierbare Ausführungen achten
- unnötiges PVC, Lösungsmittel + Einwegverpackungen vermeiden
- bei Holzprodukten auf eine glaubwürdige Zertifizierung achten
Besonders einfach ist die Auswahl bei Papier. Recyclingpapier mit dem Blauen Engel besteht komplett aus Altpapier. Bei seiner Herstellung gelten zudem Anforderungen an einen schadstoffarmen Produktionsprozess. Chlor, halogenierte Bleichmittel und optische Aufheller dürfen beispielsweise nicht eingesetzt werden.
Das Potenzial ist groß: Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) werden in Deutschland pro Jahr rund 200 Millionen Schulhefte verkauft. Nur ungefähr jedes zehnte davon besteht aus Recyclingpapier.
10 nachhaltige Schulmaterialien für die 1. Klasse
| PRODUKT | DARUM NACHHALTIG |
|---|---|
| BRUNNEN Schulheft* | Recyclingpapier + Blauer Engel |
| Faber-Castell Radiergummi* | PVC-frei |
| BRUNNEN Schnellhefter* | extrastarke Pappe statt Kunststoff |
| HERMA Heftumschläge* | Papier statt Plastik |
| Herlitz Bleistifte* | naturbelassenes FSC-Holz |
| Stockmar Doppelspitzer* | FSC-Lindenholz + Metall |
| share Deckfarbkasten* | hoher Anteil an Recyclingmaterial |
| tesa Klebestift* | lösungsmittelfrei + Recyclingkunststoff |
| share Mini-Textmarker* | Tinte auf Wasserbasis + soziale Spende |
| Staufen Dürer Zeichenblock* | Recyclingpapier + Blauer Engel |
1. BRUNNEN Recycling-Schulheft | Recyclingpapier mit Blauem Engel
Bei Schulheften lässt sich ohne Komfortverlust eine umweltfreundlichere Variante wählen. Das BRUNNEN Recycling-Schulheft besteht aus 100% Altpapier und trägt den Blauen Engel. Das Papier wird ohne zusätzliche Bleichung und Färbung hergestellt.
Das verlinkte Heft hat das Format DIN A4, 16 Blatt und die Lineatur 26. Diese karierte Lineatur mit Rand ist allerdings nicht automatisch für jede erste Klasse geeignet. Gerade bei Schulheften geben Lehrkräfte häufig sehr genau vor, welche Größe und Lineatur benötigt wird.
Das Produkt steht daher stellvertretend für die Recyclingserie von BRUNNEN. Vor der Bestellung sollte unbedingt die Nummer auf der Materialliste mit der Produktbeschreibung abgeglichen werden. Das gilt auch für die benötigte Anzahl.
2. Faber-Castell Radiergummi | PVC-frei
Viele klassische Kunststoffradierer werden aus PVC hergestellt. Der Faber-Castell Dust-free Radiergummi ist dagegen PVC-frei. Der Hersteller verzichtet bei diesen Radierern damit auch auf problematische Weichmacher, die typischerweise mit PVC verbunden sein können.
Ganz ohne Kunststoff kommt das Produkt allerdings nicht aus. Es sollte deshalb nicht als rundum natürlicher oder vollständig nachhaltiger Radiergummi bezeichnet werden. Als funktionale, PVC-freie Alternative für den Schulalltag ist es dennoch eine sinnvolle Wahl.
Beim Radiergummi lohnt es sich außerdem, zunächst nur ein oder zwei Exemplare zu kaufen. Große Vorratspackungen bleiben häufig jahrelang ungenutzt oder gehen verloren, bevor sie tatsächlich aufgebraucht werden.
3. BRUNNEN Schnellhefter aus Pappe | Stabile Alternative zu Plastikheftern
Schnellhefter aus dünnem Kunststoff sind günstig, bekommen im Schulranzen aber schnell Risse. Die BRUNNEN Schnellhefter aus Pappe bestehen aus extrastarkem Karton mit einer Grammatur von 375 g/m².
Das Set enthält verschiedene Farben, sodass sich jedem Schulfach ein eigener Hefter zuordnen lässt. Die stabile Pappe ersetzt dabei den großflächigen Kunststoffeinband herkömmlicher Schnellhefter.
Wie viele Hefter gebraucht werden und welche Farben vorgesehen sind, bestimmt allerdings häufig die Schule. Eltern sollten daher auch dieses Set am besten erst bestellen, wenn die Materialliste vorliegt. Werden zunächst nur wenige Farben verlangt, können einzelne Papphefter sinnvoller sein als ein großes Sortiment.
4. HERMA Heftumschläge aus Papier | Farbiger Schutz ohne Plastik
Auch bei Heftumschlägen ist Kunststoff nicht zwingend notwendig. Die HERMA Heftumschläge aus Papier schützen Schul- und Arbeitshefte ohne Plastikfolie.
Die Umschläge sind in DIN A4 und DIN A5 sowie in zahlreichen Farben erhältlich. Ein Beschriftungsfeld bietet Platz für Name und Schulfach. Nach Angaben des Herstellers ist das Papier robust und widerstandsfähig verarbeitet.
Bei Papierumschlägen gilt allerdings dasselbe wie bei anderen Schulmaterialien: Die richtige Farbe und Größe sollten von der Liste übernommen werden. Gegen ausgelaufene Trinkflaschen sind sie naturgemäß empfindlicher als eine Kunststoffhülle. Bei normaler Nutzung können sie ein Heft aber gut durch das Schuljahr begleiten.
5. Herlitz Skizzo Bleistifte | Naturbelassenes FSC-Holz
In vielen ersten Klassen wird zunächst überwiegend mit Bleistift geschrieben. Die Herlitz Skizzo Bleistifte bestehen aus naturbelassenem Holz und kommen ohne farbigen Lack auf dem Schaft aus.
Die Bleistifte haben den Härtegrad HB, eine sechseckige Form und eine bruchgeschützte Graphitmine. Das verwendete Holz ist nach FSC 100% zertifiziert.
Ob die eher schlanke Sechskantform für ein Schulkind gut geeignet ist, hängt von der individuellen Stifthaltung ab. Manche Kinder kommen beim Schreibenlernen mit dickeren Dreikantstiften oder ergonomischen Griffmulden besser zurecht. Entsprechende Empfehlungen der Lehrkraft sollten deshalb Vorrang haben.
6. Stockmar Doppelspitzer | Holzgehäuse + austauschbare Metallklingen
Der Stockmar Doppelspitzer ist eine besonders stabile Alternative zu einfachen Kunststoffspitzern. Seine Dose besteht aus FSC-zertifiziertem Lindenholz. Im Inneren sitzen zwei Metallspitzer für unterschiedliche Stiftformen und Durchmesser.
Der Hersteller beziehungsweise Fachhandel bietet für das Modell auch Ersatzklingen an. Dadurch muss bei einer stumpfen oder beschädigten Klinge nicht der komplette Spitzer ersetzt werden.
Der Stockmar-Spitzer ist teurer als ein einfaches Schulmodell. Sinnvoll ist er daher vor allem, wenn er über mehrere Schuljahre verwendet und nicht bei jedem Schuljahreswechsel ersetzt wird. Vor dem Kauf sollte geprüft werden, ob der Spitzer in das vorhandene Federmäppchen passt oder separat transportiert werden muss.
Ein Farbkasten wird häufig über mehrere Grundschuljahre genutzt. Der share Deckfarbkasten enthält zwölf Farben sowie Deckweiß und wird in Deutschland hergestellt.
Nach Angaben von share besteht der Kasten zu mindestens 95% aus recyceltem Material. Im Deckel befinden sich große Mischflächen, außerdem soll sich das Modell leicht öffnen und reinigen lassen. Mit jedem Kauf unterstützt share ein Bildungsprojekt.
Die Stärke dieses Produkts liegt vor allem im hohen Recyclinganteil und den auswechselbaren Farbkästchen.
8. tesa Stick ecoLogo | Lösungsmittelfreier Klebestift
Der tesa Stick ecoLogo eignet sich zum Kleben von Papier, Pappe, Fotos und leichten Bastelmaterialien. Die Klebemasse ist lösungsmittelfrei, geruchsneutral und kalt auswaschbar.
Laut Hersteller wird für die Kunststoffteile inzwischen ausschließlich recycelter Kunststoff verwendet. Die Klebemasse besteht zu 60% aus Wasser, die Kartonverpackung zu 80% aus Recyclingmaterial.
Auch ein vergleichsweise umweltfreundlicher Klebestift bleibt ein Verbrauchsprodukt. Für die erste Klasse reicht deshalb meistens zunächst die von der Schule verlangte Menge. Damit der Kleber nicht vorzeitig austrocknet, sollte der Deckel nach jeder Verwendung vollständig geschlossen werden.
Die share Mini-Textmarker sind im Set mit drei Neon- und drei Pastellfarben erhältlich. Sie besitzen eine ergonomische, rutschfeste Griffzone und eine Keilspitze mit einer Strichbreite von ein bis drei Millimetern.
Die Tinte ist wasserbasiert und soll nicht durch das Papier schlagen. Zusätzlich finanziert share mit jedem verkauften Schreibwarenprodukt eine Unterrichtsstunde in einem Bildungsprojekt.
Textmarker stehen nur selten auf Materiallisten für die 1. Klasse. Das Set ist daher eher eine optionale Ergänzung für Kinder, die bereits Texte markieren, Lernzettel gestalten oder die Stifte einfach zum Malen verwenden möchten.
10. Staufen Dürer Zeichenblock | Recyclingpapier für den Kunstunterricht
Der Staufen Dürer Zeichenblock kombiniert weißes Zeichenpapier mit Recyclingfasern. Das Papier hat eine Grammatur von 100 g/m² und trägt den Blauen Engel.
Damit besteht es komplett aus Altpapier und erfüllt zusätzliche Anforderungen an eine ressourcen- und schadstoffärmere Produktion.
Das vergleichsweise feste Papier eignet sich zum Zeichnen mit Blei- und Buntstiften sowie für viele klassische Aufgaben im Kunstunterricht. Trotzdem sollte vor der Bestellung auf das verlangte Format geachtet werden. Einige Schulen benötigen DIN A4, andere DIN A3 oder beide Größen.
Auch zwischen Zeichenblock, Malblock und Bastelpapier wird auf Materiallisten meist genau unterschieden. Der Block ist daher eine nachhaltigere Produktidee, aber kein pauschaler Ersatz für alle dort aufgeführten Papiersorten.
Nachhaltiger Schulbedarf beginnt mit der richtigen Menge
Wer nachhaltige Schulmaterialien für die 1. Klasse sucht, muss weder alles komplett neu kaufen noch jeder Produktempfehlung blind folgen. Häufig reichen einige gezielte Entscheidungen: Recyclinghefte statt Frischfaserpapier, Papphefter statt dünner Plastikmappen oder ein langlebiger Spitzer mit austauschbaren Klingen.
Genauso wichtig ist es, nicht vorsorglich zu viel zu besorgen. Übrig gebliebene Stifte, Hefte und Mappen aus dem Kindergarten oder von älteren Geschwistern können meist problemlos weiterverwendet werden. Erst danach lohnt sich der Blick auf neue, möglichst langlebige und ressourcenschonendere Alternativen.
→ So wird aus dem Schulstart kein perfektes Nachhaltigkeitsprojekt, aber ein sinnvoller Schritt in die richtige Richtung.
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