Veganes PDRN-Serum im Vergleich | Was Phyto-PDRN ohne Lachs-DNA kann

PDRN gehört aktuell zu den auffälligsten Wirkstofftrends in der Hautpflege. Das Problem für Veganer ❯ Klassisches PDRN wird in der Regel aus der DNA von Lachsen oder Forellen gewonnen.

Genau an diesem Punkt verändert sich der Markt gerade. Immer mehr Hersteller setzen auf pflanzlich oder biotechnologisch erzeugtes PDRN.

Allerdings ist veganes PDRN nicht gleich veganes PDRN. Je nach Produkt unterscheiden sich Herkunft, Herstellungsverfahren, Begleitwirkstoffe und Formulierung teils deutlich.

Wir haben deshalb drei beliebte Seren ausgewählt, deren PDRN ausdrücklich ohne tierische DNA hergestellt wird, und schauen uns genauer an, was jeweils dahintersteckt.

3 vegane PDRN-Seren im Vergleich

PRODUKT PDRN-QUELLE WEITERE GUTE WIRKSTOFFE INHALT SPECIAL
L’Oréal Paris Revitalift Filler PDRN+* biofermentiertes PDRN+ aus Magnolienblüten 3 Formen Hyaluronsäure 30 ml klinische Herstellerdaten zur fertigen Formulierung
VT Cosmetics PDRN Glow Ampoule* Phyto-PDRN aus koreanischem Wildginseng Ceramid NP, Panthenol, Allantoin 100 ml parfumfreies Spray-Serum
Plantifique PDRN Exosome Serum 700* pflanzliches Phyto-PDRN pflanzliche Exosomen, Niacinamid, Hyaluronsäure, Peptide 48 ml Microstructure-/Reedle-Technologie

Schnellentscheidung

❯ Das L’Oréal Revitalift Filler PDRN+ Serum ist für uns der unkomplizierteste Einstieg. Es verbindet veganes PDRN mit Hyaluronsäure und bietet als einziges der drei Produkte relativ detaillierte klinische Herstellerdaten zur fertigen Formulierung.

❯ Die VT Cosmetics PDRN Glow Ampoule ist besonders interessant, wenn eine leichte, parfumfreie Pflege und viel Produkt gefragt sind. Mit 100 Millilitern ist sie deutlich größer als klassische Gesichtsseren und wird als feiner Sprühnebel aufgetragen.

❯ Plantifique verfolgt den technisch ungewöhnlichsten Ansatz. Das Serum kombiniert Phyto-PDRN mit pflanzlichen Exosomen und mikroskopischen Strukturen aus hydrolysiertem Schwamm, die beim Auftragen ein leichtes Kribbeln erzeugen können.

Was ist veganes PDRN überhaupt?

Was ist veganes PDRN überhaupt?

PDRN steht für Polydeoxyribonukleotide. Vereinfacht handelt es sich um DNA-Fragmente unterschiedlicher Länge.

Traditionelles PDRN wird insbesondere in medizinischen und ästhetischen Anwendungen aus aufgereinigter DNA von Lachsen oder Forellen gewonnen. Genau diese tierische Herkunft hat die Suche nach alternativen Quellen beschleunigt.

Mittlerweile werden entsprechende DNA-Fraktionen beispielsweise aus Pflanzenzellkulturen, Kallusgewebe, Algen (häufig Mikro- und Rotalgen) oder mithilfe biotechnologischer Fermentation hergestellt. Eine umfangreiche wissenschaftliche Übersicht von September 2026 beschreibt pflanzliche, mikrobielle und algenbasierte PDRN-Quellen inzwischen als eigenständiges Forschungsfeld.

„Veganes PDRN“ bezeichnet damit nicht einen einzigen standardisierten Wirkstoff. Herkunft, Molekülgröße, Aufbereitung und Zusammensetzung können sich von Produkt zu Produkt unterscheiden.

❯ Genau deshalb ist die PDRN-Quelle beim Kauf mindestens ebenso interessant wie das Wort PDRN auf der Verpackung.

Die drei veganen PDRN-Seren genauer betrachtet

Drei vegane PDRN-Seren im Vergleich

Die drei ausgewählten Produkte setzen auf unterschiedliche vegane PDRN-Quellen und Pflegekonzepte. Wir schauen deshalb genauer auf Herkunft, Formulierung, Besonderheiten und Anwendung und zeigen dir auch, wo du die Seren bestellen kannst.


1. L’Oréal Revitalift Filler PDRN+ | Biofermentation statt Lachs-DNA

L'Oréal Revitalift Filler PDRN+ | Biofermentation statt Lachs-DNA
Mit dem Revitalift Filler Hyaluron PDRN+ Serum ist veganes PDRN endgültig im Massenmarkt angekommen.

L’Oréal verwendet ein 100 Prozent veganes, biofermentiertes PDRN+ aus Magnolienblüten und kombiniert es mit drei unterschiedlichen Formen von Hyaluronsäure.

Spannend sind vor allem die vorhandenen Daten zum fertigen Produkt ❯ In einem klinischen Herstellertest mit 75 Frauen verbesserten sich bereits eine Stunde nach einmaliger Anwendung unter anderem Fältchen, Hautfülle und Geschmeidigkeit. Nach sechs Wochen zweimal täglicher Anwendung wurden bei 53 Teilnehmerinnen feine Linien um bis zu 60 Prozent und Falten um bis zu 47 Prozent reduziert.

Die Formel ist damit besonders interessant für alle, die ein klassisches Anti-Aging-Serum suchen und PDRN unkompliziert in die tägliche Pflege integrieren möchten.


2. VT Cosmetics PDRN Glow Ampoule | Veganes PDRN aus Wildginseng

VT Cosmetics PDRN Glow Ampoule | Veganes PDRN aus Wildginseng
Einen deutlich stärker von K-Beauty geprägten Ansatz verfolgt VT Cosmetics.

Das PDRN der Glow Ampoule stammt aus koreanischem Wildginseng und kommt damit ebenfalls ohne tierische DNA aus. Hinzu kommen Ceramid NP, Panthenol und Allantoin für Feuchtigkeit und Hautbarrierepflege. Die Formulierung ist außerdem parfumfrei.

Ungewöhnlich ist vor allem das Format ❯ Statt einer klassischen 30-Milliliter-Pipettenflasche enthält die Glow Ampoule 100 Milliliter und wird als feiner Sprühnebel verwendet.

Dadurch eignet sie sich nicht nur als klassischer Pflegeschritt am Morgen oder Abend, sondern auch für eine leichte zusätzliche Feuchtigkeitsschicht. Gerade wer reichhaltige oder klebrige Seren nicht mag, bekommt hier eine tolle Alternative.


3. Plantifique PDRN Exosome Serum 700 | Phyto-PDRN trifft Exosomen

Plantifique PDRN Exosome Serum 700 | Phyto-PDRN trifft Exosomen
Noch technischer wird es beim Plantifique PDRN Exosome Serum 700.

Die Formulierung verbindet pflanzliches Phyto-PDRN mit sogenannten extrazellulären Vesikeln aus Zellkulturen von Centella asiatica. Dazu kommen Niacinamid, mehrere Formen von Hyaluronsäure und verschiedene Peptide.

Außerdem enthält das Serum Hydrolyzed Sponge. Solche mikroskopisch kleinen Schwammstrukturen werden in moderner K-Beauty teilweise als sogenannte Spicules beziehungsweise „Reedles“ eingesetzt. Beim Auftragen kann dadurch ein leicht prickelndes Gefühl entstehen. Plantifique empfiehlt das Serum vor allem für die Anwendung am Abend.

Interessant war für uns bei der Recherche noch ein anderes Detail ❯ In der INCI-Liste steht Collagen Extract, obwohl Kollagen klassischerweise oft tierischen Ursprungs ist. Das konkrete Serum wird von Plantifique jedoch ausdrücklich als „100% Vegan“ gekennzeichnet; im Großhandel wird zusätzlich bestätigt, dass keine Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs enthalten sind. Die genaue Herkunft des als Collagen Extract deklarierten Bestandteils wird allerdings nicht näher erläutert.

Plantifique bietet damit die komplexeste Formulierung unseres Vergleichs. Wegen der Microstructure-Technologie und des enthaltenen Parfums würden wir bei sehr empfindlicher Haut allerdings vorsichtiger einsteigen als bei einem klassischen Feuchtigkeitsserum.


Achtung | „Sodium DNA“ bedeutet nicht automatisch Lachs-DNA

Achtung | „Sodium DNA“ bedeutet nicht automatisch Lachs-DNA

Hier steckt eine der interessantesten Besonderheiten des gesamten PDRN-Trends ❯ Auf Kosmetikverpackungen steht in der Inhaltsstoffliste häufig gar nicht „PDRN“, sondern Sodium DNA.

Aus dieser INCI-Bezeichnung lässt sich die Herkunft jedoch nicht zuverlässig ablesen. Der Inhaltsstoff kann tierischen, pflanzlichen oder synthetischen Ursprung sein. Auch die deutsche INCI-Datenbank haut.de führt für Sodium DNA entsprechend mehrere mögliche Ursprünge auf.

Deshalb reicht ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe nicht aus, wenn ein PDRN-Produkt ausdrücklich vegan sein soll.

Entscheidend ist eine nachvollziehbare Herkunftsangabe des Herstellers. Bei unseren drei Empfehlungen ist genau das gegeben ❯ L’Oréal nennt Magnolienblüten, VT Cosmetics Wildginseng und Plantifique bezeichnet sein Sodium DNA ausdrücklich als pflanzliches Phyto-PDRN.

Wirkt pflanzliches PDRN genauso wie PDRN aus Lachs?

Wirkt pflanzliches PDRN genauso wie PDRN aus Lachs?

Genau diese Frage lässt sich derzeit noch nicht eindeutig mit Ja beantworten.

Die Forschung zu pflanzlichem PDRN entwickelt sich allerdings ungewöhnlich schnell.

Eine 2025 veröffentlichte Studie untersuchte PDRN aus Zellkulturen von Gynostemma pentaphyllum. In Zellversuchen zeigte das pflanzliche PDRN unter anderem antioxidative Effekte und beeinflusste Proteine der Hautbarriere. Bei verschiedenen untersuchten Parametern waren die Ergebnisse mit Lachs-PDRN vergleichbar. Es handelte sich allerdings überwiegend um präklinische Laboruntersuchungen und nicht um einen Wirksamkeitsnachweis für ein kosmetisches Serum beim Menschen.

Noch interessanter ist eine Untersuchung von 2026 zu PDRN aus Paeonia lactiflora, der Chinesischen Pfingstrose. Neben Laborversuchen gab es hier kleine Untersuchungen am Menschen. Bei zehn Personen verbesserte niedrigmolekulares Pfingstrosen-PDRN innerhalb von zwei Wochen die Erholung der Hautbarriere nach gezielter Irritation; in einem weiteren Versuch wurde nach vier Wochen eine Verbesserung der Hautelastizität im Augenbereich beobachtet. Die Teilnehmerzahlen waren allerdings klein.

Eine große Übersichtsarbeit vom Juli 2026 kommt deshalb zu einer vernünftigen Zwischenbilanz: Pflanzliches PDRN ist wissenschaftlich interessant, die Datenlage aber noch überwiegend präklinisch. Direkte, methodisch saubere Vergleiche zwischen pflanzlichem und klassischem PDRN sind weiterhin selten.

Das ist ein entscheidender Unterschied zu vielen vollmundigen Beauty-Versprechen.

Vorteile | Warum veganes PDRN trotzdem spannend ist

Die Vorteile von veganen PDRN-Seren

Der Vorteil lässt sich derzeit weniger mit „wirkt besser“ als mit neuen Rohstoffquellen begründen.

Klassisches PDRN ist an tierische Ausgangsmaterialien aus Lachs oder Forelle gebunden. Pflanzliche Zellkulturen, Algen und biotechnologische Herstellungsverfahren ermöglichen dagegen PDRN-ähnliche DNA-Fraktionen ohne Fisch als Rohstoff.

Eine aktuelle wissenschaftliche Übersicht nennt insbesondere Skalierbarkeit, Nachhaltigkeit und die geringere Abhängigkeit von tierischem Ausgangsmaterial als mögliche Vorteile solcher neuen Produktionswege.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jedes vegane PDRN-Serum ökologischer ist. Für eine echte Umweltbewertung müssten auch Herstellungsprozess, Energieverbrauch, Konzentration, Verpackung und Transport berücksichtigt werden.

Für vegane Kosmetik ist der Fortschritt trotzdem eindeutig ❯ PDRN ist nicht mehr zwangsläufig mit tierischer DNA verbunden.

Unser Fazit zu veganem PDRN-Serum

Unser Fazit zu veganem PDRN Serum

Veganes PDRN entwickelt sich gerade von einer K-Beauty-Nische zu einer eigenen Wirkstoffkategorie.

Besonders interessant finden wir, wie unterschiedlich die neuen Produkte bereits aufgebaut sind.

L’Oréal bietet den unkompliziertesten Einstieg mit biofermentiertem PDRN+ aus Magnolienblüten und den umfangreichsten Daten zum fertigen Serum. VT Cosmetics kombiniert Wildginseng-PDRN mit einer leichten, parfumfreien 100-Milliliter-Formulierung. Plantifique setzt mit Phyto-PDRN, pflanzlichen Exosomen und Microstructure-Technologie auf den experimentellsten Ansatz.

Wissenschaftlich sollte man die Erwartungen trotzdem realistisch halten. Erste aktuelle Untersuchungen zu pflanzlichem PDRN sind vielversprechend, eine Gleichwertigkeit mit Lachs-PDRN oder eine starke Anti-Aging-Wirkung handelsüblicher Seren ist bislang aber nicht ausreichend durch unabhängige klinische Studien belegt.

Gerade deshalb ist es sinnvoll, nicht nur auf das große „PDRN“ auf der Verpackung zu schauen, sondern auf Herkunft, gesamte Formulierung und vorhandene Produktdaten.


FAQ zu veganem PDRN

Gibt es veganes PDRN auch als Naturkosmetik?

Ja. Inzwischen wird veganes PDRN auch in zertifizierter Naturkosmetik eingesetzt. Ein Beispiel ist Sante, das in seiner aktuellen PDRN-Pflege Sodium DNA mit *Chlorella vulgaris* kombiniert. Entsprechende Produkte sind als vegan und nach COSMOS NATURAL zertifiziert gekennzeichnet.

Ist veganes PDRN dasselbe wie Phyto-PDRN?

Nicht ganz. Phyto-PDRN bezeichnet PDRN pflanzlichen Ursprungs, etwa aus Ginseng oder Pflanzenzellkulturen. Veganes PDRN ist der weiter gefasste Begriff und kann neben pflanzlichen Quellen auch aus Algen, Mikroorganismen oder biotechnologischen Herstellungsverfahren stammen. Entscheidend ist, dass keine tierische DNA verwendet wird.

Worauf sollte man beim Kauf eines veganen PDRN-Serums achten?

Am wichtigsten ist eine klar angegebene PDRN-Quelle. Die INCI-Bezeichnung „Sodium DNA“ allein verrät nicht zuverlässig, ob der Wirkstoff pflanzlichen oder tierischen Ursprungs ist.

Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf die gesamte Formulierung ❯ Feuchtigkeitsspender wie Hyaluronsäure, Ceramide oder Panthenol können sinnvoll sein, während Duftstoffe oder intensive Spicule-Technologien für empfindliche Haut weniger geeignet sein können. Eine hohe PDRN-Konzentration ist zudem nicht automatisch mit einer besseren Wirkung gleichzusetzen, da bislang keine einheitlichen Standards für kosmetisches PDRN existieren.


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